14. Etappe:Rottenburg – Hofgut Domäne

Checkliste

RegionNeckar/Alb
Länge23,2 km
rauf & runter↑ 640 m, ↓ 430 m
GPX Track14.gpx
Datum07.07.2022

 

Wandernotizen

Wochen später als gedacht, und leider von Donnerstag bis Sonntag – schöner wäre es gewesen, die in diesem Abschnitt einbezogenenen Premiumwanderwege unter der Woche – und so mit weniger Publikum – zu begehen. Und obendrein muss ich für eine meiner Übernachtungen knapp 5 Kilometer runter vom Weg. Aber wie ich mich auf diesen Abschnitt freue! Weite Teile kenne ich bereits und weis: Das wird großartig! Doch ich weis auch: Es wird richtig anstrengend werden; Rund 88 Kilometer reine Strecke mit rund 3.000 Höhenmetern in anspruchsvollem Gelände sind eine klare Ansage.

Am Bahnhof angekommen wollen Trekkingstöcke, Kameratasche und eine Brezel aus dem Rucksack herausgeholt, und das GPS aktiviert werden. Für meine Umbaumaßnahmen nutze ich für gewöhnlich eine Bahnhofs-Bank, doch dieser hier lässt mich keine solche erblicken. Also lehne ich meinen Rucksack am Bahnhofsgebäude selbst an und wurstle los. Ein Typ scheint zu denken das sei nun das öffentliche Urinal und stellt sich neben mich um sogleich die Hauswand zu bewässern, bemerkt seinen Irrtum und hastet hinfort. Dabei verfügt dieser Bahnhof sogar über nagelneue und kostenlose sanitäre Anlagen…

Meine Trackplanung bediente sich gleich dreier Quellen. Doch schon zu Beginn stelle ich fest, dass das die Sache vor Ort nicht unbedingt vereinfacht: Mein Wegschild weist nicht wirklich eine Richtung, ist aber unter das Schild "Zur Burg" montiert. Ich erblicke alte Wegzeichen – aber sind diese auch gemeint? Oder einfach neben dem Schild den Steilweg hinauf? Oder hat einer meiner Tracks Recht? Und zur Burg kann ich vielfältigst laufen… Ich suche das nächste Schild in mehrere Richtungen und finde: Keines. Eine Dame kommt mir entgegen, und so frage ich wohl das erste Mal in meinem Leben nach dem Weg. Sie ist zum Glück ortskundig und kennt zum einen die hier neue Wegführung des HW 3, sowie die Lage des nächsten Zeichens. Super! Die Burg ist eine schön gelegene Ruine, die von ihrer umgebenden Natur neugieriger Blicke beraubt wird. Man könnte zwar sicherlich vom Turm aus den Blick in die Ferne schweifen lassen, doch wie so oft: dieser ist verschlossen. Bislang ist mein Glück auf diesem Weg hinsichtlich Aussichtstürmen eher kläglich.

Es folgt ein nicht weiter erwähnenswerter Abschnitt. Erst mit dem "Römischen Freilichtmuseum Hechingen-Stein", der "Villa Rustica" ist die nächste Sehenswürdigkeit erreicht. Doch von meiner Richtung kommend ist das nicht gerade die Schokoladenseite der Anlage, und auch wenn diese Grabungsstätte sicher einen ausgiebigen Besuch wert ist: Ich laufe daran vorbei, würde ohnehin nur (zu) kurz verbleiben können. Bald folgt ein schöner Abschnitt mit weiten Wiesen, sowie Freude bereitenden Wegen. Und kaum erwähnenswert: Ein kurzer Nieselregen. Die alte Himmelsleiter wird nunmehr ausgelassen, der Weg erneut verlegt; Ich vermute den Golfplatz als Grund hierfür, doch auch die neue Route ist absolut gelungen. Eine Katze drückt sich am Wiesenrand in eine Heumulde, und findet es doof dennoch von mir erblickt und angesprochen zu werden.

Die letzten beiden Kilometer wandere ich in übelster Umgebung: Hechingen hat zwar gar nicht so viele Einwohner, ist gefühlt aber eine größere Stadt mit entsprechenden Straßen und viel Verkehr. Für mein Hotel wandere ich die explizite Schnellstraßen-Auffahrt exakt bis zum Beginn der Schnellstraße entlang, und bin heute doch froh endlich angekommen zu sein: Dieser Tag war erheblich anstrengender als erwartet. Wie soll da erst morgen der zweifache Albaufstieg werden, frage ich mich. Und meine Schuheinlage und Socken sind zwar super, doch in diesem Wanderstiefel in Kombination anscheinend etwas rutschig – der Halt könnte besser sein. Der Weg an den Fuß der Zollernburg war ein wilder Mix aus gefühlt 50% öden Asphaltstraßen und 50% wandervollen Wegen. Und zwar hat das Restaurant meines wirklich empfehlenswerten Hotels heute Ruhetag, aber als Hausgast darf ich dennoch mein Abendessen dort ordern (ich werde der einzige an diesem Abend sein). Ich nehme den Gourmet-Burger – extrem lecker, und eine richtig gute Entscheidung.

Bilder

Etappe 14: die Region Neckar/Alb Etappe 14: Hohenzollern im Blick


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